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Geistliches Wort



Es geht schon wieder nix?
Falsch! Es geht ganz viel!


Ey stranges, kleines Leben
Verläuft auf Seitenwegen
Ich such‘ die Mitte, doch mein Glück liegt meist daneben
So selten Flugrakete, bin mehr so Zugverspätung
Doch die Ernte kommt immer man, es ist gut gesät und
Ich hab kein Stress mit warten
Geh‘ auch durch schlechte Phasen
Ich bin geduldig und nehme zum Schluss die besten Karten
Und fällt der Jenga Turm, egal gib‘ mir Verlängerung
Halt neuer Plan dann, denn Leben ist Veränderung
Egal was kommt, es wird gut, sowieso
Immer geht ‘ne neue Tür auf, irgendwo
Auch wenn‘s grad nicht so läuft, wie gewohnt
Egal, es wird gut, sowieso…


Das sind Liedzeilen aus dem Lied „Sowieso“ von Marc Forster. Ich habe das Lied dieser Tage ständig im Ohr. Denn: Egal was kommt, es wird gut! Und: Leben ist Veränderung! Ob die Regierung jetzt das eine beschließt oder wir als Kirchengemeinderat jenes befinden: Wir werden einen neuen Plan erarbeiten, wir werden uns den Umständen anpassen. So sind wir Menschen, so ist die Natur gestrickt. Leben ist Veränderung!
Die ganze Bibel ist voller Geschichten über Veränderung. Changemanagement ist also ein alter Hut. Nehmen wir einmal die Schöpfungsgeschichte: da verändert Gott innerhalb von sieben Tagen das Antlitz der Erde sieben Mal! Dann leben Adam und Eva super entspannt zusammen, sie haben alles – so könnte es also ewig weiter gehen. Tut es aber nicht! Schlange, Baum, Apfel, Gottes Stimme – Rauswurf! Das dicke Ende kam, die Beiden mussten sich an die neue Situation anpassen. Und haben es gemeistert! Oder die Mosesgeschichte: da wird ein Baby geboren, alles wunderschön, der König will alle kleinen Jungs töten, die Mutter verbirgt ihr Baby in einem Binsenkorb im Fluss, die Königstochter findet das Kind, nimmt es zu sich. Die leibliche Mutter wird die Amme des Findelkindes – und hatte sich in ihrer Schwangerschaft das Aufwachsen ihres Kindes sicherlich zuhause im Dorf statt im Königspalast vorgestellt! Letztes Beispiel: Jesus. Die Geburt ihres ersten Kindes hat sich Maria gewiss anders erträumt. Zuhause, die Verwandten helfen. Stattdessen: ein Stall, lauter Fremde kommen, Engelschor, Könige, dann Flucht nach Ägypten, weil Herodes Jesus töten will – krass! Und von Maria wird berichtet, sie habe die Worte die zu ihr gesprochen werden „in ihrem Herzen bewegt“.
Maria hat sich verändert, sie hat sich bewegt, erst in Herz und Kopf, dann auch körperlich – Veränderung ist Dynamik!
Wir können selbst bestimmen, was wir aus jeder Situation für uns herausziehen wollen. Das ist die tiefe Wahrheit. Wahrheit ist immer deutlich sichtbar, wunderschön und ganz einfach greifbar – nur für uns Menschen oft so schwer umsetzbar, weil wir eben Menschen sind. Situationen kommen, eine nach der anderen. Ein geliebter Mensch stirbt. Eine Pandemie tobt. Eine Beziehung zerbricht. Das sind Tatsachen, das ist das „Außen“, das ständig kommt. Doch was wir, jeder einzelne, daraus machen, das ist uns überlassen. Da bestimmt keiner von außen drüber und sagt, wir müssen uns nun aber doch traurig, hilflos, lustig, mutig… fühlen. Wir sind keine Spielfiguren – wir sind die Spielmacher. Wir entscheiden in jeder Situation selbst, wie wir die Situation und die Umstände bewerten wollen. Genauso, wie Maria es damals im Stall tat: Gott gab zwar die Umstände (Sie ist jung, bekommt ein Kind von ihm – im Stall!), doch sie bewegte all dieses in ihrem Herzen. SIE! In der Geschichte steht nix davon: in ihrem Herzen wurden folgende Worte bewegt… nein: Maria bewegte all dieses in ihrem Herzen. Maria entschied selbst, wie sie die Situation bewertet, wie sie alles findet, wie sie sich positioniert. Und dann handelte sie.
So wünsche ich euch: Bewegt das jetzt und hier in euren Herzen. Den Sonnenschein und Frühlingssturm, die Blumenpracht und die schönen Erinnerungen an den geliebten Menschen:

Egal, es wird gut, sowieso!

Eure Diakonin Anna-Lena Krijan