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Geistliches Wort



Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!
(Lukasevangelium 6, 36)

Das Jahr 2021 ist schon wieder einen Monat alt. Manche von Ihnen, liebe Leser und Leserinnen, werden diesen Satz mit innerer Hektik sprechen (Wie schnell doch die Zeit vergeht!), andere werden ihn mit Hoffnung verbinden (Hoffentlich wirken die Impfungen und wir können bald wieder normal leben). Viele von uns blicken ängstlich in die Zukunft, besonders Selbständige, Honorarkräfte, Kulturschaffende, Kurzzeitarbeiter/innen und auch Schüler und Schülerinnen in den Abschlussklassen. Werden die staatlichen Hilfen greifen? Werden wir unsere Abschlussprüfungen machen können und nicht Nachteile beim Suchen von Ausbildungen haben?
In dieser Situation ist es doch verständlich, dass wir uns in dieser Zeit zuerst um uns und unsere Familien kümmern müssen. Das wird doch jeder verstehen. Wenn sich alles normalisiert, ja dann haben wir gerne auch wieder unseren Nächsten im Blick. Wirklich?
Für dieses Jahr 2021 wurde schon vor vier Jahren der oben genannte Jahresspruch gewählt. Damals ahnte niemand etwas von der Möglichkeit einer Pandemie in dem Ausmaße, wie wir diese erfahren. Vielleicht hatte Gott schon damals unsere Situationen vor Augen und gibt uns diesen Vers aus der Feldrede des Lukas als Hinweis für unser Handeln, auch in schweren Zeiten. Derselbe Satz steht auch bei der Bergpredigt von Matthäus. In vielen Gleichnissen Jesu wird dieser Gedanke weiter beschrieben wie z. B. im Gleichnis von Barmherzigen Samariter (Lukas 10, 25 ff) oder in den Gleichnissen von dem verlorenen Schaf / Groschen / Sohn (Lukas 15, 1 ff). In der Abschiedsrede Jesu, wie Matthäus diese uns weitergegeben hat (Matthäus 25, 34 ff), werden die Werke der Barmherzigkeit beschrieben: Hungernde speisen / Durstenden zu trinken geben / Nackte bekleiden / Fremde (Obdachlose) aufnehmen / Kranke besuchen / Gefangene besuchen.
In der Geschichte der Kirche haben diese Aussagen Jesu immer wieder Menschen angestachelt, diese Werke der Barmherzigkeit umzusetzen. Sie setzen oft all ihren Einfluss, Geld und Verbindungen ein, um den Leidenden ihr Los zu erleichtern. Da ging es nicht nur um ein äußeres Wahrnehmen der Not, nein, die Not der „Armen, Kranken und Ausgestoßenen“ ging ihnen ans Herz. In Krankenhäusern, Gefängnissen, Abschaffung der Sklaverei und vielem mehr waren Christen die Motoren für menschenwürdigere Veränderungen.
Und so sehe ich auch unseren Gott. Er ist der Barmherzige, das Urbild von Barmherzigkeit. Wir kommen von Weihnachten her und gehen auf Ostern zu. Weihnachten haben wir bekannt: „Gott kommt zu uns, er wird Mensch“; und Ostern bekennen wir: „In Christus ist der Weg zum Herzen Gottes frei, nichts und niemand kann uns den Zutritt zu unserem Gott verwehren“. Gott hat nicht mehr unsere Fehler vor Augen. Da wo wir zu ihm beten und unsere Ich-Bezogenheit oder Unbarmherzigkeit bekennen, dürfen wir um Vergebung wissen und diese annehmen. Aus der Erkenntnis eigener Schwachheit und dem Wissen um Gottes Barmherzigkeit wächst auch in mir die Barmherzigkeit für die Schwächen meiner Mitmenschen und der Schwachen. Dann heißt es nicht mehr: „Ich zuerst“ sondern „Ich kann abgeben, helfen auch in eigenen schweren Zeiten“.
Dieser Jahresspruch ist auch Grundlage für meinen Dienst als Pastor. Da Ihr Pastor Lei für mehrere Wochen krankheitsbedingt ausfallen wird, übernehme ich die Vertretung. Mein Name ist Horst-Dieter Schultz. Offiziell bin ich schon im Ruhestand, freue mich aber, dass ich noch meine Berufung als Pastor voll ausüben kann. Wenn Sie mit mir in Kontakt treten möchten, dann kann das nach den Gottesdiensten sein oder Sie rufen mich an (0170/2166826). Dann können wir gerne ein Treffen vereinbaren.

Ihr
Pastor Horst-Dieter Schultz