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Karfreitag und Ostern zu Hause


Auch wenn am Osterfest keine Gottesdienste in der Erlöserkirche und der Arche Noah stattfinden, so ist es doch möglich, sich den Gottesdienst ins Haus zu holen. Dazu können Sie natürlich einfach einen Fernseh- oder Radiogottesdienst einschalten oder auf unserer Homepage einen Link für eine Übertragung im Internet anklicken. Wenn Sie es lieber mögen, können Sie aber auch die folgende Anregung für einen Gottesdienst zur Hand nehmen und Gottesdienst auf diese Weise für sich oder mit anderen zu Hause feiern.
Ostersonntag können Sie sich auch eine Kerze an der Osterkerze in der Erlöserkirche oder der Arche Noah entzünden und mit nach Hause nehmen.

Karfreitag für zu Hause

Legen Sie eine Bibel auf ein schwarzes Tuch und stellen Sie eine angezündete Kerze und, wenn Sie haben, auch ein Kreuz dazu. Kommen Sie innerlich zur Ruhe.


Sprechen Sie:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lesen Sie aus Psalm 22:
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe. Aber du bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels. Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfest du ihnen heraus. Zu dir schrien sie und wurden errettet, sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf: „Er klage es dem HERRN, der helfe ihm heraus und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.“ Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist mir nahe; denn es ist hier kein Helfer. Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt mir am Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub. Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand. Aber du, HERR, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen!

Halten Sie einen Moment Stille. Sprechen Sie folgendes Gebet:
Geheimnisvoller Gott, dein Sohn wird uns Menschen gleich und steigt herab in das Dunkel. Er schreit nach dir in seiner Not. Du verbirgst dich und bist doch gegenwärtig mit deiner bergenden Nähe. Erbarme dich unser! Amen.

Lesen Sie aus der Bibel, aus dem Matthäusevangelium 27, 31 - 56:
Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an und führten ihn ab, um ihn zu kreuzigen. Und als sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen aus Kyrene mit Namen Simon; den zwangen sie, dass er ihm sein Kreuz trug. Und als sie an die Stätte kamen mit Namen Golgatha, das heißt: Schädelstätte, gaben sie ihm Wein zu trinken mit Galle vermischt; und da er‘s schmeckte, wollte er nicht trinken. Als sie ihn aber gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider und warfen das Los darum. Und sie saßen da und bewachten ihn. Und oben über sein Haupt setzten sie eine Aufschrift mit der Ursache seines Todes: Dies ist Jesus, der Juden König. Da wurden zwei Räuber mit ihm gekreuzigt, einer zur Rechten und einer zur Linken. Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei Tagen, hilf dir selber, wenn du Gottes Sohn bist, und steig herab vom Kreuz! Desgleichen spotteten auch die Hohenpriester mit den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: Andern hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen. Er ist der König von Israel, er steige nun herab vom Kreuz. Dann wollen wir an ihn glauben. Er hat Gott vertraut; der erlöse ihn nun, wenn er Gefallen an ihm hat; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Desgleichen schmähten ihn auch die Räuber, die mit ihm gekreuzigt waren. Von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Einige aber, die da standen, als sie das hörten, sprachen sie: Der ruft nach Elia. Und sogleich lief einer von ihnen, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken. Die andern aber sprachen: Halt, lasst uns sehen, ob Elia komme und ihm helfe! Aber Jesus schrie abermals laut und verschied.
Und siehe, der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber taten sich auf und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. Als aber der Hauptmann und die mit ihm Jesus bewachten das Erdbeben sahen und was da geschah, erschraken sie sehr und sprachen: Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen! Und es waren viele Frauen da, die von ferne zusahen; die waren Jesus aus Galiläa nachgefolgt und hatten ihm gedient; unter ihnen war Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus und Josef, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.

Halten Sie einen Moment Stille und meditieren Sie dabei den Text. Versuchen Sie 5 Minuten zu schweigen. Tauschen Sie sich vielleicht untereinander aus:
Wo erfahre ich die Nähe Gottes? Wann habe ich das Gefühl, von Gott verlassen zu sein? Welches „Kreuz“ habe ich zu tragen?


Beten Sie:
Jesus Christus, gekreuzigter und auferstandener Herr, wir sehen dein Kreuz. Du gehst den Weg der Hingabe und des Leidens. Du verzichtest auf alle Macht. Du lässt dich hineinziehen in das Elend der Welt. Höre unsere Bitten:
Wir sehen dein Kreuz und erkennen die Krankheit der Welt. In diesen Tagen bitten wir dich für alle Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert sind, um Heilung. In diesen Tagen bitten wir dich für unsere infizierte Welt: Um Gesundung, um Vernunft, um Normalität. Christus, Herr der Welt, erbarme dich.
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. In Ewigkeit. Amen.

Löschen Sie nun die Kerze und verhüllen Sie ggf. das Kreuz mit dem schwarzen Tuch.


Ostersonntag für zu Hause

Zünden Sie als Vorbereitung eine Kerze an und stellen Sie sie auf den Tisch. Vielleicht legen Sie eine Bibel dazu, wenn Sie eine haben. Dazu etwas Schönes – vielleicht eine Blume.

Sprechen Sie:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Beginnen Sie den Ostergottesdienst, indem Sie Sie laut in den Raum hinein sagen, wie es Ihnen geht – mit diesem Moment, mit dieser Zeit. An was oder wen denken Sie? Jeder Gedanke ist richtig. Wenn Sie mit mehreren sind, freuen Sie sich über alles Gemeinsame oder über die Vielfalt, die da ist; schwierige Gedanken oder Gefühle dürfen hier genauso sein, wie alles andere. Wenn Sie es nicht laut sagen mögen, lassen Sie es leise in Ihrem Kopf und Ihrem Herzen klingen.

Lesen Sie laut aus der Bibel, aus dem Matthäusevangelium 28, 1-10:
Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Erscheinung war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wachen aber erbebten aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot. Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat; und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen. Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen.

Wenn Sie mögen, hören Sie fröhliche Musik und überlegen Sie sich bzw. tauschen Sie sich untereinander aus:
Was bedeutet die Osterbotschaft für mich persönlich?
Wann hatte ich in meinem Leben einmal das Gefühl, innerlich „aufzustehen“?
Wofür sind Sie, auch jetzt in dieser Zeit, dankbar?
Was ist Ihnen ein Licht in Ihrem Leben?
Was macht Ihnen Hoffnung?


Sprechen oder lesen Sie folgendes Gebet:
Gott, ich komme zu dir an diesem Morgen mit all meinen Fragen, meinen Zweifeln und meiner Sorge. Und ich komme nicht allein, viele beten mit mir, weil sie deine Welt nicht verstehen. Diese Zeit, diese Krankheit und die Probleme unserer Welt beschäftigen mich. Deswegen sage ich: Wir brauchen dich, Gott. Wir brauchen, dass du unserer Zeit, unserer Welt und meinem Leben darin einen Sinn gibst. Gott ich komme zu dir an diesem Morgen mit all meinem Staunen, meinem Glauben und meiner Hoffnung. Und ich komme nicht allein, viele beten mit mir, weil du dich in deiner Welt zeigst. Dein Versprechen, dein Segen und dein Licht sind in dieser Kerze, in der Geschichte von Ostern. Deswegen sage ich: Danke, Gott. Danke, dass du unserer Zeit, unserer Welt und meinem Leben darin einen Sinn gibst.
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. In Ewigkeit. Amen.

Gehen Sie mit dem Segen in den Ostertag.
Wenn Sie alleine sind, dann sprechen Sie laut die folgenden Worte. Dazu können Sie mit der rechten Hand ein Kreuzzeichen machen: von der Stirn zur Brust und von der linken zur rechten Schulter. Wenn Sie mit mehreren zusammen sind, nehmen Sie sich an dieser Stelle doch einmal an der Hand und dann sagt einer oder alle zusammen:


Es segne und behüte uns und die Menschen um uns Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.