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Begegnung: Marianne Voß - beinahe 103 Jahre alt!



Frau Voß mit 18 und mit 102 Jahren...

An diesem Montagnachmittag bin ich mit der vielleicht ältesten Halstenbekerin im Seniorenzentrum in der Hartkirchener Chaussee und einer ihrer Enkelinnen, der Leiterin der Tagespflege Gabriele Koch, verabredet, später kommt eine weitere Enkelin, Eva Setzke, hinzu – eine kleine Auswahl der umfangreichen Familie der Frau Voß (an der Wand in einer großen Bildergalerie zu sehen): „Ich habe 2 Geschwister, 3 Kinder (2 Söhne, 1 Tochter), 5 Enkel/innen, 8 Urenkelkinder, aber noch keine Ururenkel“.

Geboren am 17.2.17 – „diese Zahl kann ich mir gut merken“ – in Neufeld bei Marne, eine echte Schleswig-Holsteinerin. „Mein Vater war Schiffer auf Krabbenfang, später ist er nach Itzehoe gezogen und war bei Alsen in der Betonfabrik. In Itzehoe bin ich auch zur Schule gegangen, habe dann 3 Jahre Schneiderin gelernt und danach bei meiner Schwester, die auch Schneiderin war, gearbeitet.“ Nach ihrer Heirat hat sie dann nur noch „privat“ geschneidert. Ihr Mann hat bei der Post als Zusteller – „er wollte gerne draußen sein“ - gearbeitet und ist 1995 gestorben.

„In Itzehoe haben wir ein Siedlungshaus bewohnt, mit Garten und Tieren (Schweine, Kaninchen, sogar Tauben)“, so dass sie gut über die Arbeitslosen- und „3. Reich“-Zeit gekommen sind. Ihr Mann stand dieser Zeit zunächst positiv gegenüber, bis er später jedoch eine andere Einstellung fand.
Die Kriegszeit haben sie relativ unversehrt überstanden, da Itzehoe weitgehend von Bomben verschont blieb. In der Nachkriegszeit – als die Flüchtlingswelle nach Schleswig-Holstein einsetzte - bekamen sie auch Aussiedler ins Haus.

„Mit meinem Mann und Verwandten haben wir manche Reise unternommen, nach Griechenland, Italien und sogar Amerika, Seniorenreisen von der Post in den Harz und nach Bayern, mit der CDU, der Kirche und mit dem Siedlerbund.“ Sie zeigt stolz auf die Urkunde an der Wand für das „älteste Mitglied des Siedlerbundes“.

Lange Zeit hat sie allein in ihrem Haus, z.T. mit Hilfe ihrer Kinder, gewohnt, war im Handarbeits-Kreativkreis und bei Seniorennachmittagen der Kirche. Die Häkelarbeit lag ihr als gelernter Schneiderin besonders.

Ihr 100. Geburtstag wurde in einem Lokal in Hohenlokstedt im Kreise ihrer Familie mit 60 Personen gefeiert!

Als sie nach einem Treppensturz (immerhin schon 101 Jahre alt) mit einem Beckenring- und Armbruch nicht mehr alleine wohnen konnte, holte sie ihre Enkelin Gabriele Koch ins Seniorenzentrum Halstenbek.
Dort fühlt sie sich nach anfänglichen Bedenken gut behandelt und gepflegt - „vor allem ist man nicht alleine“ - , spielt gerne noch Rummy Cup und „Mensch ärgere dich nicht“ und kann nach einer Augenbehandlung noch ohne Brille lesen!

Zum anstehenden „103.“ wünschen wir Frau Voß alles Gute, Gottes Segen und eine schöne Feier im Kreise ihrer Familie. Ihre Pläne für den Geburtstag? „Ich lade nicht besonders ein, wer kommt, der kommt!“

K.B.